Der Saar-Mosel-Radweg verbindet zwei sehr unterschiedliche Flusslandschaften zu einer Tour, die kaum zu langweilen vermag. Die Saar führt durch eine ehemals industriell geprägte Region, die sich in eine überraschend grüne Waldlandschaft verwandelt hat. Die Mosel ist das Gegenteil: sanfte Hügel, steile Weinberge, Fachwerkorte und Burgen auf jedem zweiten Hügel. Dazwischen liegt Trier – die älteste Stadt Deutschlands, mit römischen Bauwerken, die man in dieser Dichte kaum sonstwo in Mitteleuropa findet.
Die Gesamtstrecke von Saarbrücken bis Koblenz beträgt rund 310 Kilometer und lässt sich gut in acht Tagesetappen aufteilen. Das Profil ist überwiegend flach: Die Wege verlaufen meist direkt am Ufer, ohne nennenswerte Anstiege. Bahnstrecken begleiten weite Abschnitte der Route und machen es einfach, Etappen spontan zu verkürzen oder einen Regentag zu überbrücken.
Der Charakter der Route: Saar und Mosel im Vergleich
Wer die Route fährt, erlebt zwei völlig verschiedene Welten – und genau darin liegt ihr Reiz.
Die Saar zwischen Saarbrücken und Konz war über Generationen Kohle- und Stahlrevier. Heute ist davon wenig zu sehen: Wälder, ruhige Uferstreifen und der dramatische Bogen der Saarschleife bei Mettlach prägen die Strecke. Die Völklinger Hütte – ein riesiges Eisenhüttenwerk, das seit 1994 UNESCO-Weltkulturerbe ist – macht die industrielle Vergangenheit greifbar, ohne sie zu verklären.
Ab Konz, wo Saar und Mosel zusammenfließen, wechselt der Charakter vollständig. Auf den ersten Kilometern liegt Trier mit seiner römischen Innenstadt. Danach öffnet sich das Moseltal: breites Wasser, steile Schieferhänge mit Weinbergen, kleine Orte mit Winzerkellern und Straußwirtschaften. Burgen thronen auf den Hügeln, Schleppkähne ziehen träge flussabwärts.
Die Etappen im Detail

Tag 1 – Anreise Saarbrücken
Saarbrücken ist der Startpunkt. Die Stadt trägt den Einfluss ihrer Grenzlage zu Frankreich sichtbar – im Stadtbild, in den Cafés und im Lebensstil. Der St. Johanner Markt ist das lebhafteste Viertel, gesäumt von Restaurants und Bars in gut erhaltenen Altstadthäusern. Das barocke Schloss über der Saar gibt einen ersten Hinweis auf die Geschichte dieser Stadt als Residenz der Grafen von Nassau-Saarbrücken. Ein Ankunftstag zum Ankommen, zur Orientierung und für ein erstes Abendessen im Freien.
Tag 2 – Saarbrücken nach Mettlach (ca. 60 km)
Der erste Fahrtag ist der längste, bietet aber einen starken Rhythmus. Ab Saarbrücken folgt die Route der Saar durch das Saartal. Kurz nach dem Start kommt Völklingen – und die Völklinger Hütte. Das Eisenwerk ist riesig: sechs Hochöfen, Kokerei, Gichtgasnetz, Möllerbunker. Alles steht noch, rostet langsam vor sich hin und lässt sich auf einem Rundgang in anderthalb Stunden erkunden. Das UNESCO-Siegel ist gut verdient; europaweit gibt es kaum ein so vollständig erhaltenes Hüttenwerk aus der Hochindustrialisierung.
Weiter flussaufwärts wechseln Waldabschnitte mit kleinen Siedelungen. Der Weg verläuft meist direkt am Ufer, ohne Verkehr. Kurz vor Mettlach erscheint die Saarschleife – der Fluss beschreibt hier eine fast vollständige Schleife um einen bewaldeten Felsrücken. Den besten Blick hat man vom Aussichtspunkt Cloef oben auf dem Plateau, der per kurzem Anstieg erreichbar ist. Mettlach selbst ist bekannt für die Keramikmanufaktur Villeroy & Boch, die hier seit 1748 produziert und ein Besucherzentrum betreibt.
Tag 3 – Mettlach nach Trier (ca. 50 km)
Die Saar wird breiter, das Tal enger. Der Weg führt durch Waldabschnitte und an Schleusen vorbei. Bei Konz mündet die Saar in die Mosel – ein unscheinbarer Punkt auf der Karte, aber einer, an dem sich der Charakter der Tour grundlegend ändert. Ab hier: Weinberge, Burgen, Moselromantik.
Wenige Kilometer weiter liegt Trier. Die Porta Nigra – das größte erhaltene römische Stadttor nördlich der Alpen – steht direkt an der Innenstadt und lässt sich nicht übersehen. Die Römerbrücke über die Mosel ist noch im Originalzustand: Teile der Pfeiler stammen aus dem 2. Jahrhundert. Das Amphitheater am Stadtrand fasste einst 20.000 Zuschauer. Die Kaiserthermen sind eines der größten Badekomplexe, die die Römer je gebaut haben. Trier braucht Zeit – wer möchte, hängt hier eine Nacht an.
Tag 4 – Trier nach Bernkastel-Kues (ca. 55 km)
Jetzt beginnt die Mosel-Etappe in ihrem schönsten Abschnitt. Kurz hinter Trier kommt Neumagen-Drohn – der älteste Weinort Deutschlands, urkundlich belegt seit dem 4. Jahrhundert. Ein Nachbau des berühmten Neumagener Weinschiffs (das Original steht im Rheinischen Landesmuseum Trier) zeigt, wie bereits die Römer Wein auf der Mosel transportierten.
Piesport mit seinem Goldtröpfchen-Weinberg ist der nächste prägende Halt. Dann Bernkastel-Kues: Das Städtchen am Fuß des Burgbergs gilt als eine der schönsten Ortsansichten der gesamten Mosel. Der Marktplatz mit dem historischen Rathaus und den dichten Fachwerkhäusern ist kaum verändert. Über dem Ort thront die Burgruine Landshut – eine kurze Runde hinauf lohnt sich für den Blick ins Tal.
Tag 5 – Bernkastel-Kues nach Traben-Trarbach (ca. 45 km)
Weinberge auf beiden Seiten, enge Talpässe, Biegung auf Biegung. Die Mosel schlägt hier ihre charakteristischen Mäander. In Traben-Trarbach trifft Jugendstil auf Weinkultur: Der Ort hat eine ungewöhnlich dichte Sammlung an Jugendstilbauten aus dem frühen 20. Jahrhundert, als der Moselwein europaweit gefragt war und die Weinhändler prächtige Häuser bauten.
Tag 6 – Traben-Trarbach nach Cochem (ca. 50 km)
Beilstein ist eine der am besten erhaltenen Kleinstädte an der Mosel. Das Gässchen hinter dem Markt sieht aus wie aus dem Märchenbuch, und Burg Metternich oben auf dem Felsen ist gut erhalten. Ein kurzer Abstecher hierher lohnt sich.
Cochem ist größer und touristischer, aber trotzdem beeindruckend. Die Reichsburg Cochem wurde im 19. Jahrhundert neugotisch wiederaufgebaut und thront weithin sichtbar über dem Ort. Eine Sesselbahn führt hinauf zum Pinnerkreuz, von wo man das gesamte Moselknie überschaut. Abends bieten sich Weinstuben in Sichtweite des Flusses an.
Tag 7 – Cochem nach Koblenz (ca. 55 km)
Die letzten Moselkilometer öffnen das Tal zunehmend. Winningen ist bekannt für seine steilen Weinberge und eine der ältesten Weinlagen Deutschlands. Dann erscheint Koblenz. Das Deutsche Eck – die Landzunge, an der Rhein und Mosel zusammenfließen – ist mit einer Reiterstandbild Kaiser Wilhelms I. markiert. Auf dem gegenüberliegenden Ufer thront die Festung Ehrenbreitstein, eine der mächtigsten preußischen Festungsanlagen, heute Landesmuseum. Die Seilbahn hinüber bietet den besten Überblick und einen würdigen Abschluss der Route.
Tag 8 – Abreise
Koblenz hat einen Hauptbahnhof mit direkten Verbindungen in alle Richtungen. Wer möchte, verlängert und fährt den Mosel-Radweg weiter – das Tal ist noch lange nicht zu Ende.

Highlights und Sehenswürdigkeiten auf einen Blick
| Etappenort | Was nicht fehlen darf | Zeitbedarf |
|---|---|---|
| Völklingen | Völklinger Hütte (UNESCO) – Rundgang Hochöfen und Kokerei | 1,5–2 Stunden |
| Mettlach | Aussichtspunkt Cloef mit Blick auf die Saarschleife | 30–45 Min (inkl. Anstieg) |
| Trier | Porta Nigra, Römerbrücke, Kaiserthermen, Amphitheater | Halber bis ganzer Tag |
| Neumagen-Drohn | Weinschiff-Nachbau, ältester Weinort Deutschlands | 20–30 Min |
| Bernkastel-Kues | Marktplatz, Fachwerk, Burgruine Landshut | 1–2 Stunden |
| Traben-Trarbach | Jugendstilhäuser, Weinkellerei-Architektur | 30–60 Min |
| Beilstein | Burg Metternich, mittelalterlicher Ortskern | 30–45 Min |
| Cochem | Reichsburg, Sesselbahn Pinnerkreuz | 1–2 Stunden |
| Koblenz | Deutsches Eck, Festung Ehrenbreitstein, Seilbahn | 2–3 Stunden |
Planung, Anreise und Navigation

Saarbrücken ist per Bahn aus allen Richtungen gut erreichbar. Vom Flughafen Frankfurt dauert die Fahrt etwa drei Stunden. Wer mit dem Auto anreist, lässt es in Saarbrücken stehen und reist am Ende von Koblenz per Bahn zurück – Koblenz hat direkte Verbindungen nach Frankfurt, Köln und in viele andere Städte.
Anreisemöglichkeiten im Überblick
| Option | Vorteil | Hinweis |
|---|---|---|
| Bahn nach Saarbrücken | Direktverbindungen aus vielen Städten, Fahrrad buchbar | IC/ICE-Verbindungen, Fahrradstellplätze vorab reservieren |
| Auto nach Saarbrücken | Flexibel, kein Gepäcktransportproblem | Parkhaus am Zielort für die gesamte Dauer nötig |
| Rückreise von Koblenz | Direkte Verbindungen Richtung Frankfurt, Köln, NRW | Stündliche Züge; Fahrradmitnahme in Regionalbahnen |
Die Navigation ist auf beiden Abschnitten gut gelöst. Der Saar-Radweg und der Mosel-Radweg sind durchgehend ausgeschildert. GPS-Tracks lassen sich auf Komoot oder dem ADFC-Portal herunterladen und auf Garmin oder Wahoo übertragen. Offline-Karten für beide Täler vorab sichern – in engen Talabschnitten ist das Mobilfunknetz gelegentlich schwach.
Kulinarik: Saar-Kohle trifft Mosel-Riesling
Die Saar hat eine solide Wirtshauskultur mit klassischer Küche – Sauerbraten, Dibbelabbes (eine saarländische Kartoffelspezialität), Lyoner und Fleischküche aus der deutsch-französischen Grenzregion. Saarbrücken hat zudem eine lebhafte Restaurantszene mit viel französischem Einfluss.
An der Mosel dominiert der Wein. Riesling ist die prägende Rebsorte – trocken, halbtrocken und edelsüß, je nach Lage und Jahrgang. Straußwirtschaften öffnen saisonal direkt bei den Winzern: ein Glas Wein, Brot und Käse, Blick auf den Fluss. Moselaner Fischgerichte – Hecht, Zander und Aal – finden sich auf vielen Speisekarten. Kaffee und Kuchen in Bernkastel-Kues am Marktplatz sind ein Pflichtprogramm.
- Saarland: Dibbelabbes, Lyoner und Fleischküche – bodenständig, gut portioniert, günstig
- Trier: Breite Gastronomieauswahl, auch internationale Küche; guter Weinhandel in der Innenstadt
- Mosel-Straußwirtschaften: Saisonal von Winzern geöffnet – lokaler Wein, Brot, Käse direkt beim Erzeuger
- Bernkastel-Kues: Weinstuben am Marktplatz, Riesling-Verkostungen bei lokalen Winzern
- Mosel-Fisch: Hecht, Zander und Aal auf vielen Speisekarten – besonders in Cochem und Koblenz
Praktische Tipps für die Tour
- Reisezeit wählenMai bis Oktober ist ideal. Der September ist besonders schön: Die Weinlese beginnt, die Moselgold genannten Herbstfarben setzen ein, und die touristischen Hochzeiten sind vorbei. Im Juli und August sind Orte wie Bernkastel-Kues sehr voll.
- Unterkünfte vorab buchenBesonders in der Hauptsaison sind Übernachtungen in beliebten Orten wie Bernkastel-Kues, Cochem und Koblenz schnell ausgebucht. Wer flexibel bleiben will, bucht mit kostenloser Stornierung.
- Navigation vorbereitenGPS-Track für Saar-Radweg und Mosel-Radweg auf Komoot laden, als GPX exportieren, auf GPS-Gerät übertragen. Offline-Karten sichern – in engen Talabschnitten schwacht das Netz gelegentlich.
- Fahrrad checkenBremsen, Kette und Reifen vor der Tour prüfen. Für 310 km auf Asphalt und Schotterwegen eignet sich ein Trekking- oder Tourenrad mit 35–45 mm breiten Reifen. E-Bike-Nutzer prüfen Lademöglichkeiten in den Etappenorten vorab.
- Trier einplanenTrier ist mehr als eine Etappenstation. Wer die römischen Sehenswürdigkeiten ohne Zeitdruck erkunden möchte, übernachtet eine Nacht extra. Die Porta Nigra allein lohnt sich mit Innenbesichtigung.
Wer weitere Radtouren in Deutschland plant, findet im Artikel Rad Wanderwege in Deutschland und Radtour um den Brombachsee weitere Inspirationen.
Video-Link: https://www.youtube.com/watch?v=56l3ojSYHXk
Häufige Fragen zum Saar-Mosel-Radweg
– Dieser Artikel wurde mit Unterstützung von KI erstellt. –
Letzte Aktualisierung am 18.08.2026 / Affiliate Links* / Bilder* von der Amazon Product Advertising API, dies gilt auch für Artikelbeschreibungen und deren Preise - keine Gewähr / Platzierung nach Amazonverkaufsrang
