Fünf Tage Radtour lassen sich in Deutschland außergewöhnlich gut umsetzen – die Infrastruktur stimmt, die Fernradwege sind ausgeschildert, und die Bahnanschlüsse an den Etappenorten ermöglichen flexibles Ein- und Aussteigen. Entscheidend ist aber die Routenwahl: Nicht jeder Fernradweg passt gut in fünf Tage. Manche Routen sind zu lang, andere bieten zu wenig Highlights für einen kompakten Zeitraum.
Dieser Artikel stellt fünf konkrete Routen vor, die sich für eine 5-Tage-Radtour in Deutschland eignen – mit verifizierten Etappenlängen, klaren Endpunkten und dem, was unterwegs wirklich wartet.
Was eine gute 5-Tage-Radtour ausmacht
Fünf Fahrtage bedeuten bei 40–60 km täglich eine Gesamtstrecke von etwa 200–300 km. Damit sind Routen, die auf einem Teilabschnitt eines Fernradwegs basieren, oft besser geeignet als der Versuch, einen sehr langen Weg in fünf Tage zu quetschen.
Die beste Formel: Etappenziele, die eigenständig interessant sind und nicht nur Durchgangsstationen. Bahnanschlüsse, die Abkürzungen bei schlechtem Wetter ermöglichen. Und ein Streckenprofil, das zur eigenen Kondition passt.
| Route | Gesamtlänge | Profil | Charakter |
|---|---|---|---|
| Moselradweg Trier–Koblenz | ca. 200 km | Flach, Flussroute | Weinberge, Burgen, UNESCO-Städte |
| Bodensee-Radweg (Kernteil) | ca. 260 km | Flach, Rundkurs | Drei Länder, Alpenpanorama, Seeblick |
| Altmühltal-Radweg Teilstrecke | ca. 130–140 km | Leicht bergab, ruhig | Jura-Felsen, Burgen, Naturpark |
| Elberadweg Meißen–Dessau | ca. 200 km | Flach, Auen | Schlösser, UNESCO-Welterbe, Weinland |
| Ostseeküsten-Radweg Teilstrecke | ca. 200–230 km | Flach, küstennah | Fischerhäfen, Badestrände, Hanse |
Route 1: Moselradweg Trier–Koblenz (ca. 200 km, 5 Tage)
Der Abschnitt Trier–Koblenz ist der Klassiker unter den deutschen 5-Tage-Radtouren. Die Strecke ist fast völlig eben, durchgehend ausgeschildert und verbindet eine außergewöhnliche Dichte an Sehenswürdigkeiten.
Tag 1: Anreise und Erkundung Trier. Trier ist die älteste Stadt Deutschlands – Porta Nigra, Kaiserthermen und Römerbrücke (Teile aus dem 2. Jahrhundert) sind UNESCO-Weltkulturerbe. Einen vollen Nachmittag einplanen.
Tag 2: Trier → Bernkastel-Kues (ca. 60–70 km). Über Trittenheim und Neumagen-Dhron (ältester Weinort Deutschlands, urkundlich seit dem 4. Jahrhundert) nach Bernkastel-Kues. Der mittelalterliche Marktplatz mit Fachwerkhäusern und die Burgruine Landshut über dem Ort machen Bernkastel zu einem der schönsten Stopps der gesamten Route.
Tag 3: Bernkastel-Kues → Cochem (ca. 70–77 km). Über Traben-Trarbach (Jugendstilarchitektur aus der Belle Époque) und Beilstein – ein verträumtes Kleinod mit dem Beinamen „Rothenburg an der Mosel“ – nach Cochem. Die Reichsburg Cochem thront auf einem Bergkegel über dem Ort und ist von weitem sichtbar.
Tag 4: Cochem → Koblenz (ca. 49–66 km). Optional: Abstecher zur Burg Eltz (+4 km), einer der wenigen nie zerstörten Burganlagen Deutschlands, die noch im Originalzustand erhalten sind. Dann über Kobern-Gondorf und Winningen nach Koblenz. Am Deutschen Eck mündet die Mosel in den Rhein – ein klassischer Abschluss.
Tag 5: Koblenz erkunden oder Heimreise. Von Koblenz gute Bahnverbindungen in alle Richtungen; Rückfahrt nach Trier ca. 1,5–2 Stunden.
- Trier: Porta Nigra, Kaiserthermen, Römerbrücke (UNESCO), Amphitheater
- Neumagen-Dhron: Ältester Weinort Deutschlands, Weinschiff-Nachbau
- Bernkastel-Kues: Mittelalterlicher Marktplatz, Burgruine Landshut
- Beilstein: Fachwerkgassen, Burg Metternich, „Rothenburg an der Mosel“
- Cochem: Reichsburg, Sesselbahn zum Pinnerkreuz
- Burg Eltz: Mittelalterliche Burganlage im Originalzustand (Abstecher +4 km)
- Koblenz: Deutsches Eck, Festung Ehrenbreitstein (UNESCO-Welterbe Oberes Mittelrheintal)
Route 2: Bodensee-Radweg – drei Länder in 5 Tagen (ca. 260 km)

Der Bodensee-Radweg ist eine Rundroute und damit ideal für alle, die von einem festen Standort starten und zurückkehren wollen. Ausgangspunkt ist klassischerweise Konstanz, das mit dem Zug von vielen deutschen Städten direkt erreichbar ist. Die knapp 260 km Gesamtstrecke teilen sich auf fünf Etappen zu je rund 50 km auf.
Tag 1: Konstanz → Überlingen (ca. 45 km). Durch den Überlinger See, vorbei an Weinbergen und kleinen Seeuferorten. Überlingen hat eine bemerkenswerte Altstadt mit dem spätgotischen Münster.
Tag 2: Überlingen → Friedrichshafen (ca. 50 km). Meersburg mit seiner doppelten Schlossanlage (Altes und Neues Schloss) ist ein Pflichtsstopp. Friedrichshafen ist die Zeppelinstadt – das Zeppelin Museum zeigt die Geschichte der Luftschifffahrt.
Tag 3: Friedrichshafen → Bregenz (ca. 55 km, Österreich). Über Lindau – eine Inselstadt mit mittelalterlichem Kern – nach Bregenz am Vorarlberger Seeufer. Das Bregenzer Festspielhaus auf dem Wasser ist eine der bekanntesten Freilichtbühnen Europas.
Tag 4: Bregenz → Kreuzlingen/Konstanz (Schweiz, ca. 60–65 km). Durch die Schweizer Bodenseeufer über Rorschach nach Kreuzlingen. Stein am Rhein mit seinem vollständig bemalten Marktplatz ist einer der eindrucksvollsten mittelalterlichen Marktplätze der Bodenseeregion.
Tag 5: Kreuzlingen → Konstanz (wenige km). Rückkehr zum Ausgangspunkt. Wer noch Zeit hat, erkundet Konstanz selbst: Münster, Altstadt, Konzilgebäude.

Route 3: Altmühltal-Radweg Treuchtlingen–Kelheim (ca. 130–140 km, 3–4 Fahrtage + Anreise)
Der Altmühltal-Radweg eignet sich für eine 5-Tage-Tour, wenn man die Gesamtstrecke Rothenburg–Kelheim (ca. 255 km) auf den naturschönsten Mittelteil reduziert. Die Strecke von Treuchtlingen bis Kelheim zeigt den Radweg von seiner besten Seite: Jura-Felsen ragen steil aus bewaldeten Hängen, Burgruinen thronen über dem Tal, und die Altmühl windet sich ruhig durchs Naturschutzgebiet.
Tag 1: Anreise nach Treuchtlingen (direkte Bahnverbindung von Nürnberg, ca. 45 Min.).
Tag 2: Treuchtlingen → Eichstätt (ca. 43–53 km). Ab Treuchtlingen beginnt der landschaftlich spektakulärste Teil. Weiß glänzende Dolomitfelsen ragen aus den Hängen. Pappenheim mit seiner Burg ist ein lohnender Stopp. Eichstätt ist Bischofs- und Universitätsstadt mit Dom und Residenzplatz.
Tag 3: Eichstätt → Beilngries (ca. 45 km). Durch den Naturpark Altmühltal, vorbei an der Gungoldinger Wacholderheide. Burg Prunn klebt spektakulär an einem senkrechten Felsen über dem Tal. Beilngries hat einen gut erhaltenen Altstadtkern mit vollständiger Stadtmauer.
Tag 4: Beilngries → Kelheim (ca. 47 km). Vorbei an der Schleuse des Main-Donau-Kanals und durch Dietfurt nach Kelheim. Am Eingang des Donaudurchbruchs liegt das Kloster Weltenburg – das älteste Kloster Bayerns, mit eigener Klosterbrauerei, per Schiff aus dem engen Basaltfelstal erreichbar. In Kelheim mündet die Altmühl in die Donau.
Tag 5: Rückreise von Kelheim (Bahn über Regensburg, ca. 30 Min.).
Route 4: Elberadweg Meißen–Dessau (ca. 200 km, 5 Tage)
Der Abschnitt Meißen–Dessau ist einer der kulturell reichsten Teilabschnitte des Elberadwegs. Die Strecke verläuft flach auf Deichen und Elbuferwegen durch offene Auenlandschaft, passiert UNESCO-Welterbe-Stätten und führt durch das nördlichste Weinanbaugebiet Deutschlands.
Tag 1: Anreise nach Meißen. Die Albrechtsburg und der Dom hoch über der Elbe sind das Wahrzeichen der Stadt. Meißener Porzellan – die älteste europäische Porzellanmanufaktur, seit 1710 in Meißen – hat hier seinen Sitz.
Tag 2: Meißen → Torgau (ca. 60 km). Über die Sächsische Weinstraße nach Riesa, weiter flussabwärts nach Torgau. Das Renaissanceschloss Hartenfels in Torgau ist eines der besterhaltenen deutschen Renaissanceschlösser.
Tag 3: Torgau → Wittenberg (ca. 55 km). Über ruhige Elbdeiche und Auenwälder nach Lutherstadt Wittenberg. Die Schlosskirche, an deren Tür Martin Luther 1517 seine 95 Thesen schlug, und das Lutherhaus sind UNESCO-Welterbe.
Tag 4: Wittenberg → Dessau (ca. 45 km). Durch die Kulturlandschaft Dessau-Wörlitz, ebenfalls UNESCO-Welterbe. Der Wörlitzer Park ist der erste englische Landschaftspark auf dem europäischen Kontinent (18. Jh.) und per Rad wunderbar zu erkunden.
Tag 5: Dessau erkunden (Bauhaus-Stätten, UNESCO) oder Heimreise. Von Dessau direkte Bahnverbindungen nach Halle, Leipzig und Berlin.
Route 5: Ostseeküsten-Radweg Rostock–Stralsund (ca. 200–230 km, 5 Tage)
Der Abschnitt Rostock–Stralsund des Ostseeküsten-Radwegs ist küstennah, überwiegend flach und verbindet Hansestädte mit Badeorten, Fischerhäfen und Bodden-Landschaften. Die Fahrt führt durch Mecklenburg-Vorpommern mit seinem typischen Wechsel aus weitem Himmel, Reetdächern und Buchenwäldern bis ans Wasser.
Tag 1: Anreise nach Rostock. Rostock hat eine gut erhaltene Hansestadt-Altstadt mit dem Kröpeliner Tor, der Marienkirche und dem historischen Marktplatz.
Tag 2: Rostock → Kühlungsborn (ca. 50 km). Über Bad Doberan – mit einem der bedeutendsten mittelalterlichen Zisterzienserklöster Norddeutschlands in Backsteingotik – nach Kühlungsborn, dem größten Seebadeort Mecklenburg-Vorpommerns.
Tag 3: Kühlungsborn → Wismar (ca. 50 km). Durch Boltenhagen und die Wohlenberger Wiek nach Wismar. Die Hansestadt Wismar ist UNESCO-Welterbe – der historische Altstadtkern mit Marktplatz, Georgenkirche und altem Hafen ist einer der besterhaltenen in Norddeutschland.
Tag 4: Wismar → Schwerin (ca. 35 km) oder weiter ostwärts. Schwerin mit seinem Schloss auf einer Seeinsel ist ein lohnender Abstecher. Alternativ direkt entlang der Küste weiter nach Greifswald.
Tag 5: Ankunft Stralsund. Stralsund ist ebenfalls UNESCO-Welterbe – Backsteingotik, historischer Hafen und das Ozeaneum (eines der bedeutendsten Meeresmuseen Europas). Rückreise per Bahn; direkte Verbindungen nach Berlin (ca. 2,5 Stunden) und Hamburg.
Video-Link: https://www.youtube.com/watch?v=Ghmd8Rx3cE4
Praktische Tipps für alle 5-Tage-Routen
- Etappenlänge realistisch einschätzen40–60 km täglich sind für durchschnittlich fitte Radfahrende gut zu schaffen. Wer viele Stopps plant oder in hügeligem Gelände fährt, rechnet mit weniger Strecke. Auf flachen Routen (Mosel, Elbe, Bodensee) sind 60–70 km auch für Einsteiger machbar.
- Anreise und Rückreise planenFast alle Routen sind so gewählt, dass Start und Ende per Bahn gut erreichbar sind. Für Punkt-zu-Punkt-Routen (Mosel, Altmühltal, Elbe) Rückfahrt vorab buchen – Fahrradstellplätze in IC/ICE sind begrenzt.
- Navigation vorbereitenGPS-Tracks für alle genannten Routen sind auf Komoot und dem ADFC-Radtourismus-Portal kostenlos verfügbar. Offline-Karten für Abschnitte mit schwachem Netz vorab laden.
- Unterkünfte rechtzeitig buchenIn der Hauptsaison (Juli–August) sind beliebte Etappenorte wie Bernkastel-Kues, Cochem, Lindau oder Wismar schnell ausgebucht. Mindestens 4–6 Wochen vorab buchen – idealerweise mit kostenloser Stornierung.
- Reisezeit wählenMai, Juni und September sind die empfehlenswertesten Monate: angenehme Temperaturen, weniger Betrieb auf den Wegen, alle Fähren und Attraktionen geöffnet. Im Juli/August ist es am wärmsten und auf populären Radwegen am vollsten.
Weitere Inspiration für spezifische Routen gibt es in den Artikeln Saar-Mosel-Radweg: Etappen, Highlights und Tipps und Weser-Radweg: Was auf 520 km wartet.
Häufige Fragen zu 5-Tage-Radtouren in Deutschland
– Dieser Artikel wurde mit Unterstützung von KI erstellt. –
Letzte Aktualisierung am 18.08.2026 / Affiliate Links* / Bilder* von der Amazon Product Advertising API, dies gilt auch für Artikelbeschreibungen und deren Preise - keine Gewähr / Platzierung nach Amazonverkaufsrang
